Verbundvorhaben: SLP_Ade - Ganzheitliche Energiebedarfsermittlung von Gebäuden & Quartieren - Neue Nutzungsprofile durch Kombination von künstlicher Intelligenz und Verhaltenssimulation; Teilvorhaben: Weiterentwicklung der Verhaltenssimulation zur Generierung von Trainingsdaten
Zeitraum
2026-01-01 – 2028-12-31
Bewilligte Summe
344.582,54 EUR
Ausführende Stelle
Förderkennzeichen
03EN3135C
Leistungsplansystematik
Parameterstudien, methodische Untersuchungen zu Versorgungskonzepten [EA2111]
Verbundvorhaben
Zuwendungsgeber
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE.IIC2)
Projektträger
Forschungszentrum Jülich GmbH (PT-J.ESN3)
Förderprogramm
Energie
Die realitätsnahe Ermittlung von Energiebedarfen ist grundlegend für eine effiziente Gebäude- und Quartiersplanung. Während Heiz- und Kühlbedarfe über thermische Simulationen gut abgebildet werden können, beruhen Bedarfe für Warmwasser, Nutzerstrom und Mobilität stark auf dem Verhalten der Nutzer. In der Praxis kommen dafür meist statische Standardlastprofile (SLP) zum Einsatz, die jedoch veraltet sind und zentrale Einflussgrößen wie Wetter, Nutzeranzahl oder soziodemografische Merkmale nicht berücksichtigen. Dies führt zu erheblichen Abweichungen gegenüber realen Verbrauchsdaten und verursacht systematische Fehlplanungen, insbesondere durch falsche Abschätzungen von Lastspitzen und Gleichzeitigkeitseffekten. Ziel des Projekts ist daher die Entwicklung einer webbasierten Softwarelösung zur ganzheitlichen, realitätsnahen Energiebedarfsermittlung. Kern des Vorhabens ist ein KI-Modell, das auf agentenbasierter Verhaltenssimulation (LoadProfileGenerator) basiert. Dieses Modell reduziert die komplexen Eingabeparameter der Verhaltenssimulation mithilfe von Machine-Learning auf wenige, leicht handhabbare Größen. Dadurch entsteht ein praktikabler Ersatz für bisherige SLPs, der individuelle, projektspezifische Bedarfsprofile für Nutzerstrom, Warmwasser, Anwesenheit und Aktivität generiert. Zudem wird eine Erweiterung der Software zur Kopplung mit der thermischen Simulationssoftware 'GenSim' sowie zur Simulation gebäudenaher Mobilität realisiert. Die Validierung des KI-Modells erfolgt durch Abgleich mit realen Messdaten und öffentlich zugänglichen Datensätzen. Eine umfassende Sensitivitätsanalyse stellt die Robustheit sicher. Die entwickelten Softwarewerkzeuge werden Open-Source veröffentlicht. Für die Anwendung in der Planungspraxis erfolgt eine Integration in das kommerzielle BIM-Werkzeug 'Gebäudekonfigurator' der Unternehmensgruppe FACT.